Heute steht das erste Abenteuer auf dem Plan.
Wir wandern am Fuße des mächtigen Kilimanjaro. Ambitionen hinaufzusteigen hatte ich nie, daher reicht die Wanderung am Rande des imposanten Berges.
Um 8 Uhr geht es los, bzw. soll es los gehen. Aber wir sind hier in Afrika, da heißt es pole pole, was soviel wie langsam langsam heißt.
Also starten wir dann auch erst um 8:45, wir mussten noch auf den Bergguide warten, der noch was klären musste wegen der Genemigungen am Berg.
Nach 1 1/2 Stunden Fahrt kommen wir am Marangu-Tor an. Hier beginnt unsere Wanderung auf der Marangu-Route im Kilimanjaro-Nationalpark.
Wir wandern durch das üppige Grün des Regenwaldes, rechts und links hängen die Lianen von den Bäumen und Farne ragen aus dem Erdboden.
Leider muss ich nach der Hälfte des Weges abbrechen, da ich keine Luft mehr bekomme und auch mein Asthmaspray keine Abhilfe leistet.
Also gehe ich mit Joseph, unserem Tourguide zurück zum Marangu-Tor. Auf dem Weg nach unten besuchen wir dann noch den Marangu Wasserfall.
Anschließend warte ich unten auf den Rest der Gruppe, während ich mich akklimatisiere.
Nachdem wieder alle unten sind, machen wir uns auf den Weg zu einer Kaffeplantage, wo uns der komplette Vorgang vom Pflücken bis hin zum fertigen Produkt gezeigt wird. Wir alle müssen auch selber ran und stampfen die Bohnen, damit wir das Endprodukt dann auch gleich probieren können.
Es gibt auch noch was anderes zu probieren: Banenbier. Klingt eklig? Ist es auch.
Ich fühle mich wirklich an eine Dschungelprüfung erinnert, wo man pürrierte Kotzfrucht mit pürrierten Mehlwürmern trinken muss.
Es schmeckt nach vergorenem Apfelsaft, einfach eklig. Und Stückchen schwimmen auch noch drin rum. Aber der Geschmack lässt echt zu wünschen übrig.
Hätte ich zur heutige Dschungelprüfung antreten müssen, ich hätte Null Sterne geholt.
Aber der Tag ist noch nicht zu Ende.
Wir statten den Schülerinnen des Projektes »More Than A Drop« einen Besuch ab, das sich für benachteiligte Mädchen einsetzt eine Ausbildung im Hotelwesen zu erhalten.
In Tansania haben es Frauen nicht einfach. Hier herrscht eine extreme Diskiminierung dem weiblichen Geschlecht gegenüber.
Sie erhalten nicht so eine gute Bildung wir Männer, werden teilweise früh zwangsverheiratet und bekommen Kinder.
Nach 2-3 Jahren ist es den Männern zu viel und sie verlassen die Frauen und sie stehen mittellos da.
Das Projekt bietet Mädchen/Frauen eine Perspektive. Sie werden von der Straße geholt und bekommen eine Chance im Leben.
Es ist erschreckend zu erfahen, dass die Mädchen in dem Programm Waisen, aus aller ärmsten Verhältnissen kommen, teilweise verheiratet sind und Kinder haben.
Uns wird die Möglichkeit geboten, mit ihnen zu kochen. Wir werden in Grupppen eingeteilt und jeder bekommt seinen Kochschüler zu Seite gestellt.
Meine Kochschülerin heißt Grace und ist 20 Jahre alt.
Es macht mega viel Spaß mit ihnen zu kochen. Wir schnibbeln Gemüse, raspeln es, kochen zusammen.
Abgeschmeckt wird ganz klassisch, indem man sich einfach das heiße Essen auf die Hand tropft und aus der Hand probiert. Hier wird nicht mit einem Kochlöffel abgeschmeckt.
Jeder ist für was anders zuständig und es gibt am Ende ein Riesenbuffet.
Es schmeckt auch noch hervorragend und wir bitten die Mädchen mit uns gemeinsam zu essen.
Hinterher erfahren wir, dass es sie unheimlich erfreut, wenn man sie nach ihrem Alter fragt, wo sie herkommen, wie es ihnen gefällt.
Die einfachsten Sachen, die für uns Normalität sind, werden bei ihnen sehr wertgeschätzt, da sie diese Sachen noch nie gefragt worden sind.
Ich muss sagen, das war eine sehr schöne authentische Erfarung die wir hier machen durften.



















