Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir frühmorgens los, um unsere Fähre zu den Westmännerinseln zu erreichen.
Von dort setzen wir über auf die kleine Insel Heimaey, die seit dem legendären Vulkanausbruch 1973 zwei Berge hat.
Bei schönem Wetter präsentiert sich der Hafen fast mediterran.
Für heute haben wir uns auf einem Campingplatz eine Unterkunft gemietet, wir schlafen in einem Fass, was an eine Hobbithöhle erinnern lässt.
Von hieraus erkunden wir die Insel. Eigentlich ist Heimaey mit seinen 11,3 km² fußläufig zu erkunden, allerdings liegen manche Aussichtspunkte doch weiter weg, so dass wir doch erst mal das Auto nehmen.
Wir starten an einem Aussichtepunkt, an dem Vögel brüten, in der Hoffnung die niedlichen kleinen Puffins, die Papageientaucher zu sehen. Aber bis auf einen in der Luft, bekommen wir keine zu sehen.
Allerdings gibt es zu meiner Freude einige Schafe, die wild auf den Wegen grasen.
Die Aussicht ist einfach fantastisch. Auch wenn es keine Papageientaucher gibt, so werden wir mit einer grandiosen Aussicht belohnt, und es herrscht absolute Stille, bis auf das Geschnatter der Möwen und Seevögel um uns herum, ab und an blökt ein Schaf.
Weiter geht es zu einer Ausstellung die den letzen Vulkanausbruch der hier vor über 40 Jahren statt gefunden hat thematisiert.
Der Vulkanausbruch fand am 23. Januar 1973 um 1:55 Uhr statt.
Die Bewohner wurden aus dem Schlaf gerissen. Im Osten der Insel war ein 1600 m langer Riss aufgebrochen und darauf schossen feurige Lavafontänen bis zu 300 m hoch.
Glück im Unglück war, dass alle 5300 Menschen, die zu derzeit auf der Insel lebten, in Sicherheit gebracht werden konnten, da die gesamte Fischereiflotte Island in dieser Nacht im Hafen lag.
Viele Menschen haben beim Verlassen ihrer Häuser ihr gesamten Hab und Gut verloren. Sie würden auch nie wieder ihre Häuser wieder sehen, da diese von der Lava bzw. unter Metern von Asche begraben werden.
Heute ist Heimaey eine florierende, grüne Insel. Insgesamt vergrößerte sich die Insel um 2,5 km², die neuen Lavamassen gewähren dem Hafen einen guten Schutz gegen den Nordostwind..
Das alles kann man sich in dem Museum der Erinnerung ansehen. Hier wurden ab 2005 einige Häuser, die bei dem Ausbruch verschüttet wurden, freigelegt.
Das Projekt erhält passenderweise den Namen „Pompeji of the North“.
Das über das Grabungsgelände gebaute Museum präsentiert eine der freigelegten Häuser als Exponat und möchte so ein Ort der Erinnerung für die ehemaligen Bewohner sein.
Die Ausstellung war höchst interessant, traurig zu sehen, wenn man in einer Nacht alles verliert, und keine Fotos mitnehmen konnte, und dieser Erinnerungen für immer weg sind.
Anschließend machen wir eine kleine Erkundungstour weiter über die Insel. Wir wandern dort, wo die Insel vor 40 Jahren noch nicht existiert hat. Der Lavastein ist leicht und schafkantig.
An dem Aussichtspunkt wo wir stehen, können wir rüber zum Festland blicken, und erkennen den Eyafjallajökull, der 2010 ausgebrochen ist.
Da es erst 8 Uhr abends ist und es ja hier n nicht dunkel wird, entschließen wir uns, noch eine kleine Wanderung zu unternehmen, entlang der Klippen von Herjölfsdalur, wo es angeblich, also laut Reiseführer, Papageientaucher gibt, denen man dort oben auf den Klippen besonders nah sein soll.
Das Problem ist, man muss erst mal den 273 m hohen Blátundur hoch. Es ist wirklich sehr steil, und wir müssen mehrere Pausen machen.
Aber schließlich ist der Weg das Ziel, und wir erreichen den Gipfel. Oben angekommen, wandern wir etwas an den Klippen entlang, aber auch hier, lässt sich leider kein Papageientaucher sehen.
Wir wandern also wieder runter, vorbei an Schafen, die auch hier an den Hängen weiden, und wesentlich agiler den Berg rauf und runter laufen als wir.
Unten am Campingplatz angekommen, sind wir nur noch müde und beenden den Tag für heute.
Mal sehen, vielleicht haben wir ja morgen doch noch Glück und sehen doch einen Papageientaucher.
Da unsere Fähre heute erst um 14:30 zurück zum Festland fährt, haben wir uns spontan dazu entschieden noch eine kleine Bootstour zu machen, vorbei an den steilen Felsen, doch mit der Hoffnung auf Papageientaucher.
Das Boot ist klein, nur max. 10 Personen haben Platz darauf, und aus den Lautsprechern ertönt laute Musik.
Wir sehen jede Menge Brutkolonien der Seevögel, aber auch heute haben wir keine Chance auf die niedlichen Papagientaucher. Jedoch erfahren wir auch warum. Es ist sonnig und recht warm, die Puffins mögen es lieber klar mit Regen.
Können wir also nur auf nassen Wetter im Norden hoffen.
Nach 1 Stunde kommen wir wieder im Hafen an, pünktlich um die Fähre zu erreichen.
















































