Früh am morgen hat Ronald mal wieder eine Überraschung für uns.
Draußen vor unserem Hotel in Puno stehen für uns alle kleine Fahrrad-Taxis bereit die uns runter zum Titicacasee bringen.
Der Wind ist schneidend kalt und es fallen sogar ein paar Schneeflocken.
Wir fragen uns jetzt schon, wie wir die Nacht in den Hütten der Einheimischen verbringen sollen.
Die Fahrt dauert ca. 15 Minuten und ist etwas holprig aber macht wieder viel Spaß.
Unten am See angekommen wartet schon unser Boot auf uns, das uns zu den schwimmenden Dörfern bringt, wir besuchen die Isla Uros Tata Quilis wo wir das Leben der Einheimischen erleben.
Titicacasee bedeutet übersetzt grauer Puma See. Titi = Puma, Caca = grau oder Felsen. Der Titicacasee ist 15 mal größer als der Bodensee, was das Ausmaß des höchst gelegenen Sees der Welt nur erahnen lässt.
Es ist schon ziemlich tourimässig hier ausgelegt, nach der Vorstellung der Insel und einem einheimischen Tanz mit Gesang, dürfen wir auch noch „alle meine Entlein“ singen.
Anschließend besichtigen wir die Hütten, wo mit er ganzen Familie gewohnt wird. Dann ziehen wir auch noch die Trachten der Einheimischen an.
Um es auf die Spitze zu treiben, beschließen wir noch mit dem Ruderboot etwas auf dem See zu schippern, denn keiner weiß, wann er jemals wieder und ob wieder hierhin kommt.
Weiter tuckert unser Boot weiter zur Isla Taquile. Hier geht kein Mann ohne selbst gestrickte Mütze aus dem Haus. Der Farbcode ist wie folgt:
Wer eine rote Mütze trägst ist verheiratet. Rot-Weiß bedeutet Single oder heiratswillig und weiß, dass der Mann momentan nicht an Frauen interessiert ist.
Hier auf der Insel machen wir eine 1-stündige Wanderung. Die Aussicht ist fantastisch, die Sonne scheint, es ist warm und man kann nicht glauben, dass man auf einer Insel auf dem Titicacasee wandert auf knapp 4000 Metern Höhe. Wir schnaufen, wenn der Weg steil ansteigt, aber meistens kann man geradeaus laufen.
Unser Mittagessen nehmen wir dann mit direktem Blick auf den See ein.
Auch hier kann man wieder nur staunen, in der Ferne sehen wir sogar die Berge Boliviens.
Dann kommen die Einheimischen und führen ihre Tänze auf, wir werden dann auch aufgefordert mit ihnen zu tanzen und man merkt dabei wieder wie hoch man ist, wir sind vollkommen außer Atem, während das für die kein Problem darzustellen scheint. Aber wenn man hier aufgewachsen ist, ist man daran gewöhnt.
Später schippern wir zur Isla Ticonata, wo wir die Nacht verbringen werden, in einfachen er Hütten der Einheimischen. So schlimm wie wir es uns vorgestellt haben ist es nicht, die Zimmer haben teilweise Licht und wir haben sogar eine richtige Toilette mit fließendem Wasser, da haben wir bisher schon schlimmeres erlebt.
Wir begeben uns auf Entdeckungstour der Insel. Ein Paar von uns fahren mit den Insulanern dann noch raus auf den See und werfen die Netze aus um Fische zu fangen, gehen aber leer aus.
Mittlerweile ist es schweinekalt geworden und ich zittere am ganzen Körper.
Aber in dem Aufenthaltsraum bekommen wir heißen Tee. Da wir noch viel Zeit haben bis das Abendessen fertig ist, beschließen wir „wer bin ich“ zu spielen. Wir schreiben die Namen auf Kaugummi und Teepapier und „kleben“ diese mithilfe von Creme auf unsere Stirne.
Wir haben viel Spaß dabei. Stefan muss kurzerhand erraten, dass er Gina Wild ist. Bei jeder Frage die er stellt, fallen wir alle in Gelächter, da man immer mehr Sprüche drückt, und als er schließlich eine Ahnung hat, bzw. meint, ich glaube ich habe Lunte gerochen ( und das im Schweizer Akzent) kann Mathias nicht mehr an sich halten und meint, sie hätte auch an vielen Lunten gerochen, ist das Gebrüll groß und wir können uns vor Lachen nicht mehr halten. Der Bauch tut uns weh und es dauert, bis wir uns wieder einigermaßen unter Kontrolle haben.
Nach dem Abendessen knistert ein Lagerfeuern, über uns funkeln die Sterne, wir können das Kreuz des Südens sehen und unsere Gastgeber stimmen die Lieder ihrer Vorfahren an. Später werden wir wieder aufgefordert mit ihnen zu tanzen.
Gegen 20 Uhr ist dann Schlafenszeit und wir gehen in unsere Hütten. Jeder bekommt noch eine Wärmflasche bestehend aus einer einfachen Plastikflasche gefüllt mit heißem Wasser.
Wir kriechen nur in Unterhose und T- Shirt in unser Schlafsack-Inlays und unter 4 decken, weil so mehr Körperwärme abgegeben werden kann um uns zu wärmen. Auch unsre Klamotten die wir am nächsten Tag anziehen nehmen wir mit unter die Decken, damit sie morgen früh nicht allzu kalt sind.
Leider habe ich nicht so gut geschlafen die Nacht, aber andere haben wir Murmeltiere geschlafen. Um 5.30 Uhr ist dann der Weckruf mit Trommeln.
Die Zähne putzen wir uns alle mit Blick auf den Titicacasee. Die Sonne geht auf und hüllt alles in ein rosiges Licht.
Zum Frühstück gibt es Pancakes.
Dann heißt es Abschied nehmen, unser Boot wartet bereits auf uns und bringt uns zu unsrem Bus, der uns nun weiter Richtung Cuzco bringt.
Es war ein einmaliges Erlebnis das wir hatten. Und es war bei weitem nicht so schlimm in den Hütten zu schlafen, wie ich es mir erst vorgestellt habe.






























